Wadi Bani Khalid

Wer eines der schönsten und auch am besten erschlossensten Wadis Omans erkunden möchte, der ist im Wadi Bani Khalid genau richtig. Das abgelegene Wadi, das aus dem Hajar Gebirge entspringt, ist über eine asphaltierte Straße nach einer ausgeschilderten Abzweigung von der NA23 aus zu erreichen. Schon die Fahrt ist ein echter Genuss. Die Straße schlängelt sich durch eine bizarre Fels- und Berglandschaft, deren Gesteine sich in den schönsten Farben und Formen präsentieren. Wer – wie ich – ein kleiner Stein-Fanatiker ist, wird nicht drum herum kommen, diverse Stopps einzulegen, um Steinchen zu gucken und zu sammeln. Im letzten Drittel der Fahrt tauchen die ersten Pools auf. Von Schilf und Palmen umringt, bekommt man eine erste Idee davon, welche Oase einen am Ziel erwartet. Die Straße mündet in einer Sackgasse und auf einem großen Parkplatz. Wer es irgendwie vermeiden kann, sollte nicht am Wochenende kommen (Freitag und Samstag!), da das Wadi dann sehr überlaufen ist.

Im Gegensatz zum Wadi Shab ist das Wadi Bani Khalid touristisch gut erschlossen. Toiletten, ein Restaurant und sogar ein Bademeister machen den Aufenthalt sicher und bequem. Wer sich weiter ins Wadi vorwagen möchte, der muss gut zu Fuß sein. Folgt man der Beschilderung in Richtung der Höhle, braucht man festes Schuhwerk, Trittsicherheit und gute Nerven. Die Witterung hat die Steine hier spiegelglatt werden lassen. Jeder Schritt sollte wohlbedacht sein. Bei meiner letzten Wanderung rutschte ein Tourist so schwer aus, dass er mit einer Trage aus dem Wadi geholt werden musste.

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Wem es gelingt, das Wadi bis zum Höhleneingang zu durchqueren, der sollte sich auch trauen, einen Blick in die Höhle zu werfen und besser noch: hinein zu krabbeln. Zugegeben, das erfordert ein wenig Mut, denn die Höhle ist nur auf allen Vieren zu erschließen. Sie ist sandig, unglaublich heiß und stickig. Je weiter man vordringt, um so deutlicher hört man das Rauschen des Wassers. Die ein oder andere Fledermaus lernt man unterwegs auch kennen. Meistens tummeln sich um die Höhle herum ein paar Einheimische, die die Touristen mit ins Innere nehmen.

Wem die Wanderung zu anspruchsvoll erscheint, kann die schöne Umgebung bei einem kalten Getränk am Rande der Pools genießen und den jungen Männern zu schauen, die sich publikumswirksam kopfüber in die Wasserbecken stürzen.