Jedes Jahr streifen die Ausläufer des asiatischen Südwestmonsuns (Khareef Saison) die Gegend rund um Salalah und verwandeln das sonst so trockene Land in eine Oase. Von Mitte Juni bis Ende August umhüllt dichter Nebel den Jabal al Qara und sorgt für ständigen Nieselregen, der nicht nur die Natur zum Blühen bringt, sondern auch die Grundwasserreserven auffüllt. Ein Phänomen, das auf der Arabischen Halbinsel einzigartig ist. Die Natur explodiert in dieser Zeit regelrecht. Sattes Grün in allen Variationen, soweit das Auge reicht. Meterhohe Wasserfälle, die die grünen Hänge hinunter stürzen und Kamele, die auf den weiten Wiesen grasen, lassen einen komplett vergessen, wo man eigentlich ist. Nichts von dem, was ich vorher gelesen hatte, reicht nur annähernd an das heran, was einen hier während der Khareef Saison erwartet.

Besonders tolle Eindrücke lassen sich im Wadi Darbat und Ain Athoom sammeln. Die Fruchtbarkeit der Gegend erschlägt einen fast.
„Al Thawaf“ – die Migration der Kamele
Während der Khareef Saison in Salalah beginnt eine faszinierende Migration: die der Kamele („Al Thawaf“). Diese majestätischen Wüstentiere ziehen aus den heißen, sandigen Ebenen des Omans in die kühleren, feuchten Regionen Dhofars, wo frisches Gras und Wasser in Hülle und Fülle vorhanden sind. Besonders entlang der Küstenstraßen und in den nebelverhangenen Bergen sieht man ganze Herden, die gemächlich durch das satte Grün ziehen – ein seltener und beeindruckender Anblick. Diese saisonale Wanderung ist nicht nur ein Naturschauspiel, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des lokalen Beduinenlebens, da sie die traditionelle Kamelfarmwirtschaft nachhaltig prägt.